21.03.2025: Musikabend mit Thomas Sander
Deutsch-Österreichische Gesellschaft lädt ein
Gustav Mahler – ein „Heiliger und Sünder“
Einmal im Jahr lädt die Deutsch-Österreichische Gesellschaft Wetzlar Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit zu Vorträgen über Komponisten, in der Regel aus dem deutsch-österreichisch-sprachigen Raum, ein. In diesem Jahr steht Gustav Mahler auf dem Programm. Referent ist wie immer in den letzten Jahren Thomas Sander, der ehemalige Leiter der Musikschule Wetzlar.
„Gustav Mahler – zwischen Genie und Wahnsinn“
So hatte Thomas Sander, ehemaliger Leiter der Musikschule Wetzlar, zu Beginn seines Vortrages bei der Deutsch-Österreichischen Gesellschaft Gustav Mahler charakterisiert, der von den einen als „Heiliger“ und von den anderen als „Sünder“ betrachtet wird. Sein Wirken in der damaligen Zeit war umstritten, teilweise schwere Kost. Aber er war, so Sander, einer der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik, geboren 1860 in Böhmen und 1911 in Wien verstorben.
Mahler war eines von 14 Kindern, sechs davon starben sehr früh. Bereits mit vier Jahren begann er seine musikalische Ausbildung mit dem Akkordeon. Daran anschließend bekam er Klavierunterricht. Mit sechs Jahren habe er selbst schon Unterricht gegeben. Aufgrund der elterlichen Prägung sei er frühzeitig mit Volks- und Tanzmusik ebenso in Berührung gekommen wie mit Militärmusik oder auch jüdischer Musik. Elemente, die man in seinen Werken finde, so Sander.
Mahler habe verschiedene Kapellmeisterstellen bekleidet, bis er mit 38 Jahren Direktor der Wiener Hofoper wurde. Diese Stelle übte er bis 1907 aus. Danach war er bei der Metropolitan-Opera in New York unter Vertrag. Mahler galt als streng, fordernd und perfektionistisch. Er habe es immer wieder verstanden, seine Liebe zur Natur in seine Werke einzubauen. Sander untermauerte dies mit dem Vorführen entsprechender Sequenzen.
DÖG-Präsident Hans-Jürgen Irmer dankte Sander für den wie immer profunden Vortrag, eloquent, mit trockenem Humor und inhaltssicher. Dies sei sein neunter Vortrag bei der DÖG gewesen, angefangen von Mozart über Schubert, Brahms, Beethoven, Strauss und anderen. Irmers Dank galt auch Schulleiter Dr. Marcus Schnöbel von der Freiherr-vom-Stein-Schule dafür, dass man die sehr geeigneten Bibliotheksräume nutzen konnte. Ein besonderer Dank ging an Katrin Burian, die mit einigen Schülerinnen zwei Stücke von Mahler umgeschrieben hatte und erstmalig zu Gehör brachte. Eine Art Welturaufführung.
Als Dank lud die DÖG die jungen „Kammermusiker“ zum dritten Konzert mit den Leipziger Philharmonikern am Sonntag, den 14.9.2025, 17 Uhr in der Stadthalle Wetzlar ein.

