03.01.2026: 3. Neujahrskonzert
3. Neujahrskonzert der Deutsch-Österreichischen Gesellschaft Wetzlar in der Stadthalle
Johann-Strauß-Orchester Wiesbaden begeistert 500 Musikfreunde
Am 3. Januar gastierte das Johann-Strauß-Orchester Wiesbaden zum dritten Mal in Jahresfolge auf Einladung der Deutsch-Österreichischen Gesellschaft Wetzlar zum Neujahrskonzert in der Stadthalle. Und erfüllte dort erwartungsgemäß die musikalischen Erwartungen eines Publikums, das in der Größenordnung von fast 500 Freunden klassischer Wiener Melodien – und darüber hinaus – vom DÖG-Vorsitzenden Hans-Jürgen Irmer begrüßt wurde.
Das 30-köpfige renommierte Orchester aus der Landeshauptstadt stand wie schon vor einem Jahr unter der schwungvollen Leitung des gebürtigen Amerikaners Jud Perry, der seit zwei Jahrzehnten musikalisch in Deutschland wirkt, als Tenor und Countertenor, Dozent und Musiklehrer, Chor und Orchesterleiter.
Kompositionen aus der Feder von Johann Strauß Sohn dominierten den Konzertverlauf vor und nach der Pause, ergänzt durch Werke weiterer bekannter Komponisten des Genres wie Johann Schrammel, Franz von Suppé oder Emmerich Kálmán. Als Solisten brillierten die Sopranistin Hanna Czarnecka und das große Nachwuchstalent Mi-Helen Horn mit der Violine. Die 16-Jährige, bereits dekoriert mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen und Auftritten in renommierten Konzertsälen in etlichen Ländern, ist die Tochter von Ulrich Horn, der ebenso wie der Bruder der jungen Geigen-Solistin in den Reihen des Johann-Strauß-Orchesters in Wetzlar musizierte.
„Wien bleibt Wien“ von Johann Schrammel – und Wienerischer geht’s kaum – war der schwungvolle „Opener“ des ersten Konzertteiles. Der Polka „Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust“ von Josef Strauß folgten fünf Stücke des zwei Jahre älteren Bruders Johann Strauß. Johanna Czernecka überzeugte mit der Arie „Grüß dich Gott, du liebes Nesterl“ aus der Operette „Wiener Blut“ von Johann Strauß.
Von der Moderatorin Claudia Grundmann erfuhr das Publikum, dass „Wiener Blut“ die letzte Operette des Walzerkönigs war. Allerdings blieb sie wegen der altersbedingten körperlichen Schwäche von Johann Strauß unvollendet, so dass sie letztlich als Zusammenschnitt unterschiedlicher Strauß-Operetten auf die Bühnen gekommen sei.
Der flotten und frischen Polka „Leichtes Blut“ schloss sich der „Accelerationen-Walzer“ an, einem anlässlich eines Technikerballes komponierten Werkes, dessen besondere musikalische und stets agiler werdende Wendungen den Zuhörern eine Art „Technik im Dreiviertel-Takt“ zu Ohren brachte.
Mit dem Lied „Spiel ich die Unschuld vom Lande“ aus „Die Fledermaus“ tauchte die Sopranistin Czarnecka in die Wunschvorstellungen des Stubenmädchens Adele ein, die so gerne zum Theater gegangen wäre.
Zum Abschluss des ersten Konzertteiles verwöhnte das Johann Strauß-Orchester Wiesbaden das Publikum mit dem präzisen Vortrag der schillernden Ouvertüre zu der wohl anspruchsvollsten Operette von Johann Strauß Sohn, „Die Fledermaus“.
Mit der gleichfalls sehr bekannten und eingängigen Ouvertüre zu „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé begann der zweite Teil des Neujahrskonzertes der DÖG. Es folgte, etwas abseits des „Wienerischen“, Henryk Wieniawskis „Polonaise de concert Op. 4“. Dann führte die fröhliche Schnellpolka „Luzifer“ von Johann Strauß zu dessen wohl bekanntestem und weltweit gespielten Meisterwerk der klassischen Musik, dem Walzer „An der schönen blauen Donau“, stets ein Höhepunkt jedweden Konzertes.
Mit dem Lied „Heia, in den Bergen ist mein Heimatland“ aus der Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán präsentierte sich die Sopranistin Hanna Czernecka zum dritten Male dem Publikum. Dann beendete Johann Straußens Schnellpolka „auf der Jagd“ den offiziellen Teil des Neujahrskonzertes.
Mit dem „unvermeidlichen“ Radetzky-Marsch und dem schmissigen und mitreißenden Tanzstück namens „Höllen-Cancan“ (Galop infernal), dem bekanntesten Lied aus Jacques Offenbachs Operette „Orpheus aus der Unterwelt“ als Zugaben ging das hörens- und erlebenswerte Neujahrskonzert 2026 der DÖG Wetzlar fröhlich zu Ende.






